Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Die Borderlinestörung ist eine eher seltene und vom Umfeld oft wenig verstandene Erkrankung. Menschen mit einer Borderlinestörung haben vor allem Schwierigkeiten in Beziehungen und mit ihrem Selbstwertgefühl. Sie können Gefühle und ihre Stimmung schlecht regulieren und handeln oft impulsiv. Selbstverletzungen wie z.B. Ritzen und Suizidversuche sind häufig. Je mehr man über die Krankheit weiss, desto grösser wird das Verständnis für das Leiden und die Einsamkeit der Betroffenen. Darum ist es wichtig, über diese Erkrankung zu sprechen.

 

Gefühlschaos und Impulsivität: Die Symptome

 

Borderline-Erkrankte haben Schwierigkeiten in Beziehungen und mit ihrem Selbstwertgefühl. Sie können ihre Gefühle schlecht regulieren, ihr Gefühlsempfinden ist chaotisch.Sie empfinden häufig eine innere Leere. Meist findet man eine Vielzahl von Symptomen: Angst vor Einsamkeit und Verlassenheit, eine Tendenz zu intensiven Beziehungen, die jedoch meist unbeständig sind, unverhältnismässige Impulsivität im Handeln (Geldausgaben, Sexualität, rücksichtsloses Fahren), grosse Gefühlsschwankungen, Ängste, ausgeprägte innere Leere, heftige Wut oder Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren, Selbstverletzungen und wiederholte suizidale Handlungen. Häufig sind auch Begleiterkrankungen wie Essstörungen, Depressionen und Suchterkrankungen.

Selbstverletzendes oder sogar selbstzerstörendes Verhalten ist eine direkte Folge der mangelnden Gefühlskontrolle. Es ist ein Selbsthilfeversuch, quälende oder selbstentwertende Gedanken abzubrechen, loszuwerden oder zu verdrängen. Schmerz bringt Betroffenen die einzig wahre Entspannung, er reguliert die Stimmung und bekämpft die innere Leere.

Wie bei den meisten psychischen Erkrankungen gibt es bezüglich des Schweregrades eine grosse Bandbreite: Einige Betroffene zeigen lediglich Teilsymptome, leiden zwar stark, haben aber eine Familie und sind berufstätig. Andere sind sehr schwer erkrankt, beziehen eine IV-Rente, brauchen eine betreute Wohnform und müssen immer wieder in eine Klinik.

 

Häufig: traumatische Kindheitserlebnisse

 

Der Borderline-Persönlichkeitsstörung liegt nach heutiger Ansicht eine schwerwiegende Störung der Gefühlsregulation zu Grunde. Es wird eine besondere Anfälligkeit für emotionalen Stress vermutet, die auch genetisch begründet sein kann. Über 80% der Betroffenen haben traumatische Kindheitserfahrungen gemacht: sexueller Missbrauch, körperliche Gewalterfahrung, aber auch Vernachlässigung in Form von zu wenig Beständigkeit und emotionaler Wärme. Diese Erfahrungen machen es schwer, Vertrauen in sich und die Umwelt aufzubauen.

 

Was hilft bei Borderline?

 

Meist erfordert die Erkrankung mehrere Jahre Behandlungszeit und dementsprechend viel Geduld von allen Beteiligten. Medikamente können unterstützend zu einer Psychotherapie wirken. In den letzten 25 Jahren wurden neue Psychotherapiemethoden entwickelt, eine davon, die sogenannte „DBT“ (Dialektisch-Behaviorale Therapie) hilft Betroffenen, im Leben besser zurechtzukommen. Dabei stehen die Schulung der Achtsamkeit und das Erlernen von Fertigkeiten zur Gefühlsregulation im Zentrum. Ganz wichtig sind aber auch die Angehörigen und weitere Bezugspersonen im privaten und beruflichen Umfeld. Sie müssen sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen aufbringen und brauchen dafür eine dicke Haut und für sich energiespendende Freiräume. Auch der Austausch mit gleichbetroffenen Angehörigen und Fachleuten ist hilfreich.

Quelle: www.wie-gehts-dir.ch

 

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